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Kann öffentlicher Verkehr gratis sein?

Die meisten Leute werden diese Fragen wohl mit einem eindeutigen "Nein" beantworten. "Das ist ja eine Illusion" "Wie soll das den funktionieren?" "Wer soll denn dann die Busse und deren Fahrer bezahlen?" werden sich wohl viele denken.

Wir haben näher recherchiert und haben eine Stadt entdeckt, wo gerade dies schon seit längerer Zeit Realität ist: Die etwa 68.000 Einwohner fassende Stadt Hasselt in Belgien. Seit 1996 muss hier kein Fahrgast mehr den Fahrschein zücken, denn alle Linien können gratis benutzt werden.

So paradox es auch klingen mag, aber die Stadt war hoch verschuldet und stand kurz vor der Pleite, bevor der neugewählte Bürgermeister Steve Stevaert die Ticketpreise auf null setzte. Und das aus einem einfachen Grund: Die Stadt hatte ein massives Verkehrsproblem, die Straßen waren verstopft und für den dritten Umgehungsring fehlte schlichtweg das Geld. Anstatt kreditfinanziertes Kapital in den Autoverkehr zu investieren, wurde das Bussystem großzügig ausgebaut. Die Takte wurden erhöht, dem innerstädtischen Bereich wurden rund 800 Parkplätze entnommen, wobei die erste Stunde parken 1 Euro kostet, wer länger parkt, muss 10 Euro für den ganzen Halbtag bezahlen.

Diese Maßnahmen führten dazu, dass innerhalb der ersten 12 Monate die Fahrgastzahlen von 340.000 auf 2,7 Millionen stiegen. Mittlerweile sind rund 5 Millionen Fahrgäste zu verzeichnen. Vierspurige Verkehrsadern wurden auf zweispurige Fahrbahnen zurückgebaut, weil nur mehr Busse fahren. Die Leute bleiben am Stadtrand mit ihren Autos stehen und kommen überall hin. Die Stadt hat somit nicht nur ihr Verkehrsproblem, sondern auch ihr ökologisches Problem schlagartig in den Grifft bekommen.

Nähere Infos gibt's unter:

Stadt Hasselt
"Die Zeit"-Artikel



22.09.2010 21:41

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