Politik im Web 2.0 - ein Blick hinter die Kulissen
von Markus Burgstaller
Die spannende Diskussion, umfasste viele Themen, woran man erkennen kann, dass gerade dieses Thema nicht isoliert betrachtet werden darf.
Der Obama-Wahlkampf in den USA gilt nach wie vor als DER Onlinewahlkampf, wesentliche Merkmale dazu waren, dass Obama den Umgang mit sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter u. Co authentisch kommuniziert hat, weiters gab es kein abruptes Ende nach dem Wahlkampf - Obama versendet auch aktuell Nachrichten zum tagespolitischen Geschehen. Der Erfolg von Obamas Wahlkampf löste in vielen europäischen Ländern zahlreiche und erfolglose Kopierversuche aus.
Dass soziale Netzwerke bzw. das Web 2.0 Menschen mobilisiert und der Bevölkerung die Möglichkeit zur Partizipation am politischen Geschehen bietet, war in den Diskussionen unbestritten. "Die WählerInnen, insbesondere die jungen WählerInnen sind zwar politisch interessiert, wenn es um bestimmte Themen geht - heutzutage gehen aber die wenigsten eine "Lebensgemeinschaft" mit Parteien ein!", so Andrea Heigl. Die österreichischen Parteien nutzen das Medium Internet noch zu wenig, um Menschen zu mobilisieren, bei einigen Parteien dient die Homepage lediglich zur Information - von Bürgerbeteiligung keine Spur. Sie stehen also vor der Herausforderung, WählerInnen nachhaltig anzusprechen und nicht nur vor Wahlen - denn eines steht mittlerweile fest, die Bevölkerung ist nicht "Politik" verdrossen, sondern "Politiker" verdrossen. Es liegt schlussendlich an den Parteien die WählerInnen dort abzuholen, wo sie durch Themen angesprochen werden, die Parteien müssen aus dem alten (Pyramiden u. Zweigvereins-)System ausbrechen, sich öffnen und Diskussionen auch über die eigenen Themen im Web zulassen, um so nachhaltig die Anliegen von einzelnen Bürgerinitiativen glaubhaft vertreten zu können.
Die Frage der politischen Bildung, spielt auch im Web 2.0 eine wesentliche Rolle - auch hier gilt, dass man kritisch die Inhalte lesen und begreifen muss, da besonders im Internet der mangelnde Quellenbeweis stets zu unrichtigen Informationen führt.Politik mit Hilfe von Web 2.0 zu machen ist auch für die österreichischen Parteien unumgänglich, bei der ehrlichen Nutzung hätten sie die Chance, die Anliegen der BürgerInnen aus erster Hand aufzugreifen und zu thematisieren.
Für Österreich gilt wohl auch bei diesem Thema - "Die anderen zuerst."
22.06.2011 18:59
Kommentare
Kommentare abgeben oder lesen

