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Angst um den Euro

Der Euro hat deutlich an Wert verloren, manche sehen gar das Ende der Gemeinschaftswährung nahen. Die EU hat auf Kursverluste und Ängste mit einem beispiellosen Schutzschirm für hochverschuldete Länder reagiert.

Hospodářské noviny - Tschechien | Freitag, 21. Mai 2010
Petr Honzejk über die Eishockey-WM und die Euro-Krise
Was haben die derzeit in Deutschland laufende Eishockeyweltmeisterschaft und der Euro gemeinsam, fragt Kommentator Petr Honzejk in der Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: "Abgesehen davon, dass über beides derzeit wesentlich in Deutschland entschieden wird: Damit es ansehnlich wird und Sinn macht, müssen sich die Schwächeren verbessern und die Starken sich verschlechtern. Beim Eishockey gab es bislang immer langweilige Gruppenspiele, und ins Viertelfinale der acht großen Teams Kanada, Russland, USA, Finnland, Schweden, Slowakei, Schweiz und Tschechien konnte ein Kleiner nur schwer vordringen. In diesem Jahr ist das anders. ... In der Eurozone erleben wir den umgekehrten Prozess. Die Schwachen im Süden verbessern sich nicht, die Stärksten wollen nicht schwächer werden. Diese Liga kann man nicht zusammenhalten. Im Unterschied zum Eishockey ist aber niemand nur Zuschauer. Es geht ums Geld aller Beteiligten. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen fragen, welchen Sinn ein solcher Eurowettbewerb hat. Weshalb sollten die Stärksten mit den Außenseitern in einer Liga bleiben? Weshalb sollten sie nicht eine eigene Liga gründen, über die jetzt in Deutschland spekuliert wird? Eine Liga für sparsame und wirtschaftlich erfolgreiche Staaten." 

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El Periódico de Catalunya - Spanien | Freitag, 21. Mai 2010
Spanien kürzt für den Euro
Das spanische Kabinett hat am Donnerstag die angekündigten Sparmaßnahmen beschlossen. Die linksliberale Tageszeitung El Periódico de Catalunya hebt hervor, dass es sich nicht um eine isolierte Aktion Spaniens handelt: "Die gestern beschlossenen Maßnahmen bestätigen, dass es das große Ziel der Regierung ist, das Haushaltsdefizit zu verringern. Es ist eine Wende, zu der sie von der Krise des Euros gezwungen wurde und die Ausdruck einer allgemeinen Tendenz ist. Europa hat einen Stabilitätsfonds von 750 Milliarden Euro angelegt und die Europäische Zentralbank hat auf den Märkten interveniert. Das sind ganz neue Entscheidungen, die in den Verträgen nicht vorgesehen sind, weil alle Regierungen glauben, dass die Priorität darin besteht, den Euro zu retten. Denn seine Auflösung hätte schwerwiegende Folgen für die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Stabilität. Um das zu verhindern, ist ein sanierter Haushalt nötig."

>> vollständiger Artikel (externe Seite, spanisch) 

 

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Donnerstag, 20. Mai 2010
Absurdes Verbot von Leerverkäufen
Das deutsche Verbot von Leerverkäufen hat vor allem symbolischen Charakter, urteilt die konservative Neue Zürcher Zeitung: "Das Verbot ist absurd. Finanzmarkttheorie und empirische Studien haben immer wieder gezeigt, dass Leerverkäufe nicht schädlich sind. Sie erhöhen im Gegenteil die Liquidität und erlauben das direkte Umsetzen einer negativen Marktmeinung. Unmoralisch ist das nicht. Es ist nicht verwerflicher, eine Aktie für überbewertet zu halten, als umgekehrt eine Aktie für unterbewertet zu halten und auf Kursgewinne zu spekulieren. ... Doch selbst wenn man die Logik des Verbots akzeptiert, wirkt der Entscheid fachlich angreifbar. In seiner unilateralen Form hat er vor allem Symbolcharakter. Für die zehn betroffenen Aktien ist der Haupt-Handelsplatz zwar Frankfurt. Anleihen und Kreditausfallversicherungen werden jedoch überwiegend aus New York und London heraus gehandelt, worauf die deutsche Gesetzgebung keinen Einfluss hat."

vollständiger Artikel (externe Seite, deutsch)


Lidové noviny - Tschechien | Donnerstag, 20. Mai 2010
Merkels Sololauf
Das Verbot ungedeckter Leerverkäufe im Kampf gegen Spekulanten kündigt einen Alleingang Deutschlands bei der Krisenbekämpfung an, meint die konservative Tageszeitung Lidové noviny: "Wie tief die Krise ist, verdeutlichen vor allem die beispiellosen Maßnahmen, die ohne Debatte und ohne Vorwarnung kamen. Sie sind politisch wie wirtschaftlich unglücklich. ... Die Investoren spekulieren dort, wo es noch erlaubt ist - und schwächen den Euro weiter. ... Es scheint, dass Berlin niemandem mehr glaubt und lieber allein entscheiden will. Es will nicht länger Schecks versenden und zusehen, wie Paris alles zu dirigieren versucht. ... Deutsche Medien spekulieren immer lauter über einen 'Neuro', eine gemeinsame Währung nur für sparsame Wirtschafter."

vollständiger Artikel (externe Seite, tschechisch)

 

Les Echos - Frankreich | Donnerstag, 20. Mai 2010

Berlins Vorpreschen zerstört Vertrauen

Der Alleingang Berlins kann verheerende Folgen für die Eurozone haben, meint die Wirtschaftszeitung Les Echos mit Blick auf das deutsche Verbot von Leerverkäufen: "Die falsche Entscheidung im falschen Moment. Im Grunde garantiert nichts dafür, dass eine solche Maßnahme, die auf ein Land beschränkt ist, neue Angriffe auf die europäischen Staatsschulden verhindert. Im derzeitigen von Nervosität geprägten Klima kann sich eine solche Ankündigung nur katastrophal auf das Vertrauen der Akteure in der Eurozone auswirken. Sie verdeutlicht, dass es keine Abstimmung zwischen den Staaten gibt, wie die zurückhaltende Reaktion von Paris bestätigt. Der Alleingang Berlins zeigt eigentlich, dass der Plan für eine koordinierte Reform der weltweiten Finanzregulierung, der bei jedem G20-Gipfel wiederholt wird, ein reines Trugbild ist."

vollständiger Artikel (externe Seite, französisch) 

 

 


25.05.2010 18:52

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