Europa – EU

Das stärkste Argument: „Frieden in Europa.“

Nach den Schrecken und Gräuel des Zweiten Weltkrieges gab es einen Wunsch: Dauerhafter Frieden in Europa. Doch wie sollten sich zwei „Erzrivalen“ wie Deutschland und Frankreich plötzlich versöhnen und das zustande kommen, was in der Vergangenheit nie von Dauer war? Die Antwort lautete: Wirtschaftliche Zusammenarbeit und gegenseitige Abhängigkeit schaffen. Dieser Idee hatten sich auch Italien und die Beneluxstaaten angeschlossen, welche in der Folge die Gründungsmitglieder der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl bildeten. Dieses Konzept hatte sich im Laufe der Zeit so gut bewährt, dass immer mehr Staaten dieser Gemeinschaft beigetreten sind und die Zusammenarbeit auf unterschiedlichste Bereiche ausgedehnt worden ist. Das war sozusagen der Anfang der Europäischen Union…

Heute hingegen wird das Argument „Friede“ nicht mehr in der Häufigkeit in den Mund genommen – Argumente gegen die Europäische Union hingegen schon:

Die österreichischen Wasserreserven sind in Gefahr!

Immer wieder wird behauptet, dass die EU das Recht hätte unser Wasser zu verkaufen, da Österreich ein Mitgliedsland ist und so auch die anderen Staaten ein Recht auf dieses Wasser hätten. In Wirklichkeit kann die EU nicht auf unser Wasser zugreifen, weil das eine nationalstaatliche Angelegenheit ist.

Österreich muss mit der EU in jeden Krieg ziehen.

Es besteht keine Bündnispflicht in der EU, die Mitgliedsländer können selbst frei entscheiden, ob sie Teil einer Militärmission sein wollen. Im Vertrag von Lissabon ist jedoch geregelt, dass sich die Staaten im Fall von Terrorangriffen und Naturkatastrophen gegenseitig beistehen müssen.

Die EU regelt zukünftig die Pensionssysteme der Mitgliedsstaaten.

Die Mitgliedsländer haben der EU diesen Bereich nicht übertragen und daher ist die EU auch nicht zuständig – auch in Zukunft wird also das österreichische Parlament über die heimischen Pensionen entscheiden.

Die EU ist ein aufgeblähter Beamtenapparat.

Die Europäische Union beschäftigt rund 30.000 hochqualifizierte Verwaltungsfachleute, die in einem komplizierten Verfahren ermittelt werden und mindestens zwei Fremdsprachen perfekt beherrschen müssen. Die gesamte EU mit ihren 500 Millionen Einwohner/innen beschäftigt also ungefähr genauso viele Beamtinnen und Beamte, wie die Stadt Wien.

Wir zahlen mehr in die EU ein, als wir tatsächlich zurückbekommen.

Der Klassiker: Die EU nutzt reichte Länder wie Österreich aus, um Unsummen in den Osten zu pumpen. Statistiken würden diesen Aussagen sogar Recht geben.

Doch was die Zahlen nicht verraten. Mehr als zwei Drittel der österreichischen Exporte gehen in EU-Länder. Keine andere europäische Volkswirtschaft profitiert in dem Maß vom europäischen Binnenmarkt wie die Österreichische. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund der 2004 vollzogenen Osterweiterung der Union.

Die Wirtschaftskammer Österreich hat ausführlich die gängigsten Vorurteile und Mythen zusammengefasst – viel Spaß bei der Lektüre LEGENDEN UND MYTHEN RUND UM DIE EUROPÄISCHE UNION …und was wirklich dahinter steckt