Eine Rede zum Thema „Vereine und Freiwilligkeit“

12. August 2017 Keine Kommentare

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht über ein Dorf oder eine Gemeinde ohne Menschen, die sich freiwillig engagieren?

Sei es eine Musikkapelle die verschiedenste Feste oder Feiern musikalisch begleitet oder das Feuerwehrwesen, das der Gemeinde hilft wen sie in Not. Und das Rote Kreuz, dass das Leben anderer rettet.

Ich selber Mitglied bei der Trachten Musikkapelle in St. Michael am Bruckbach und auch bei der Freiwilligen Feuerwehr wie mein Großvater, mein Vater oder mein Bruder.

Für viele Menschen ist es selbstverständlich, dass es Vereine gibt und dort freiwillige arbeiten. Seitdem ich bei den Vereinen bin kann ich sagen, dass es nicht selbstverständlich ist. In der Feuerwehr gibt es verschiedene Dienste die erfüllt werden müssen, sei es ein Verwalter, der sich um alle Schriftlichen Sachen kümmert, oder ein Zeugwart der Sich um alle Ausrüstungsgegenstände und Werkzeuge kümmert oder der Feuerwehr Kommandant der eine große Verantwortung über seine Mannschaft hat. Hinter diesen Personen stehen sehr viele Ausbildungen, Zeit und viel persönlicher Einsatz und Anstrengung. Auch hinter einen normalen Feuerwehrmann stecken schon seit Beginn rund 32 Stunden die man in der theoretischen Ausbildung verbringt. Ebenso bei einer Musikkapelle. Zum Beispiel ein Kapellmeister muss viele Ausbildungen machen, dass er eine Kapelle zum Spielen führen darf.

Mich begeistert die Musik. Und so habe ich mich vor ca. 4 Jahren entschieden das Instrument Schlagwerk zu lernen. Seit 1 Jahr bin ich auch bei der TMK St. Michael am Bruckbach. Im Vordergrund steht bei der Kapelle natürlich die Musik aber auch die Gemeinschaft darf nicht zu kurz kommen.

Mein Interesse für die Feuerwehr wurde geweckt als mein Großvater schon Feuerwehrkommandat war und wir saßen oft zusammen beim Tisch und er erzählte uns von spannenden Einsätzen.

Ich bin zur Feuerwehr gegangen, weil schon fast meine ganze Familie bei der Feuerwehr ist, auch ein großer Grund war für mich die Gemeinschaft aber auch, weil ich anderen Menschen helfen will.

Dabei bin ich in diesen Verein seit Dezember aber davor ich ca. 3 Jahre in der Jugendfeuerwehr in St. Peter/Au gewesen. Hier wird man vorbereitet auf den aktiven Feuerwehrdienst sei es durch Ablegen von Abzeichen oder durch Übungen mit der richtigen Feuerwehr. Mich hat seit meiner Kindheit dieser Verein erstaunt. Vor allem, die Möglichkeit, Menschen unter großem persönlichen Einsatz zu retten. Das ist nur möglich mit der technischen Ausstattung der FF.

Mein Großvater übergab dann meinem Vater die Führung der Feuerwehr. Momentan hat aber auch mein Vater den Komandantenposten weitergegeben und ist in den Ausbildungssektor der FF gegangen. So habe ich auch mitbekommen was es überhaupt heißt Kommandant zu sein. Er kümmert sich um Ausbildungen für seine Mannschaft, plant und arbeitet Übungen aus und er hat die volle Verantwortung bei einem Einsatz oder Übung über die gesamte Gruppe. Es ist aber auch ein langer Weg von Ausbildungen bis man diese Möglichkeit hat, da man über alles Bescheid wissen muss z.B. das Wasser zu kalkulieren bei einem Brand.

Jetzt aber habe ich ein Problem.

Es ist oft nicht möglich ist alles unter ein Dach zu bringen aber ich versuche so lange wie möglich bei beiden Vereinen zu sein. Und auch Weiterbildungen in Anspruch zu nehmen. Ich sehe diesen Weg der Ausbildungen und des Zeitmangels nicht als Hürde, sondern als Herausforderung die ich bewältigen will.

Ich war auch über eine andere Sache überrascht.

Ein sehr großer Vorteil haben  mir diese Mitgliedschaften bei der Arbeitssuche gebracht. Mein Arbeitgeber hat mir gesagt, dass ihn meine Dienste als Feuerwehrmann und Musiker sehr gefallen.

Nicht nur die Musikkapelle oder die Feuerwehr sind ein wesentlicher Teil einer Gemeinde, sondern auch ein Fußballverein ist ein wichtiger Bestandteil um Jugendliche zusammen zu führen und sich bei Meisterschaften zu messen.

Oder auch das Rote Kreuz ist ein großer Teil einer Ortschaft. Denn ohne sie könnte oft das Leben eines Menschen auf dem Spiel stehen. Natürlich ist auch hier wie bei der Feuerwehr viel zu studieren. Mein Bruder hat sich zum Beispiel als Zivildiener bei dem Roten Kreuz gemeldet und ist auch noch nach seiner Zivildienstzeit bei der Rettung geblieben und hat viel wichtiges Wissen erlernt.

Ebenso im Thema Glaube gibt es Dinge die nicht selbstverständlich sind zum Beispiel, dass jeden Sonntag Ministranten in der Kirche sind oder ein Messdiener der den Pfarrer unterstützt den auch ohne sie wäre vieles nicht möglich. Ich selbst war auch 7 Jahre Ministrant und hatte in dieser Zeit auch oft sehr viel Spaß.

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass man sich nicht von den Ausbildungen, den Aufwand oder der Zeit abschrecken lassen soll. Natürlich hat alles Vor und Nachteile. Aber man hat z.B. viel Kontakt mit anderen Menschen und man macht gleichzeitig auch was für die Allgemeinheit.

Ich bin fest überzeugt es wäre nicht möglich eine Gemeinde zu führen ohne Menschen die sich freiwillig für andere einsetzen. Natürlich hat jeder von euch die Möglichkeit solch einer Organisation beizutreten. Man hilft damit nicht nur seinen Mitmenschen, sondern man profitiert mit dem erlernten Wissen auch im Privatleben.

Ich möchte euch alle auffordern darüber nachzudenken sich in eurem Ort zu engagieren. Es kostet Zeit, Mut und Anstrengung aber es lohnt sich. Für euch persönlich und für die Gemeinschaft in eurem Dorf.

 

Diese Rede wurde von Mario Mair (Polytechnische Schule St. Peter in der Au) im Rahmen des NÖ Jugend-Redewettbewerbs 2017 gehalten.

Antwort hinterlassen