Ich werde sterben…

Und das ist auch gut so!

Wir werden alle sterben. Ja, auch du. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Liebe Frau Lehrer, liebe Mitschülerinnen!

Ich werde heute von meiner Sicht der Dinge reden. Jeder von euch kann sich natürlich sein eigenes Bild machen was jeder auch tun wird.  Jeder denkt anders über den Tod und über die damit verbundene Trauer einen geliebten Menschen zu verlieren oder gar selbst kurz vor dem Tod zu stehen nach.

Warum heißt es für die meisten wenn jemand stirbt das man ihn für immer verloren hat?

Aber warum glauben wir meistens nicht daran, dass man sich irgendwann wiedersehen wird? 

Natürlich ist dieser Glaube, dass, das Leben nach dem Tod weitergeht nicht in jeder Religion gleich aber auch von Mensch zu Mensch ist es verschieden. Für viele Menschen geht es nach dem Tod weiter. Aber von wo kommt das eigentlich nach dem Tod weiter zu leben? Dass ist je nach Religion sehr unterschiedlich für die einen kommt nach dem Tod der Himmel, dass ewige Leben, für die anderen basiert der Tod auf einer Idee der Seelenwanderung.

Dass wir sterben und wie wir sterben, können wir einfach nicht beeinflussen. Aber wir können beeinflussen, wie wir damit umgehen. Genau deshalb möchte ich euch jetzt zeigen, dass man vor dem sterben keine Angst haben muss, denn der Tod ist so normal wie die Geburt.

Aber warum haben wir eigentlich Angst vor dem Tod?

Warum eigentlich? Der Tod ist doch das natürlichste auf der Welt?

Ein Grund ist die Angst, die sozusagen angeboren ist und entsteht aus unserem Überlebensinstinkt. Wir Menschen sind nun einmal darauf programmiert, zu überleben. Unsere Angst hilft uns dabei, zum Beispiel indem sie uns davon abhält, in lebensgefährliche Situationen zu geraten. Gegen diese Angst vor dem Tod können wir nichts machen. Sollten wir auch nicht, denn damit würden wir ja unsere Überlebenschancen bewusst reduzieren. Diese Angst ist es aber auch nicht, die uns letzten Endes quält und uns den Umgang mit dem Tod und damit auch das Leben so schwermacht. Dafür ist nämlich die zweite Ursache für unsere Angst vor dem Tod verantwortlich, nämlich die selbst gemacht Angst, dir wir uns im Laufe unseres Lebens einreden.

Da wir uns diese Angst selbst einreden, können wir sie uns auch wieder selbst ausreden! Sie besteht zu einem großen Teil daraus, dass der Tod heute aus unserem gesellschaftlichen Leben und unserem Alltag fast gänzlich verschwunden ist. Früher kamen die Menschen fast täglich mit dem Tod in Kontakt, weil sie sich ihr Essen selbst jagen und schlachten mussten oder weil die Menschen ihre sterbenden Angehörigen selbst begleiteten und beerdigten. Heutzutage kaufen wir unser Essen abgepackt im Supermarkt, lassen unsere sterbenden Angehörigen in Kliniken oder Altersheimen betreuen und wir lassen sie professionell beerdigen. 

Der Tod ist kein Teil unseres täglichen Lebens mehr. Er ist für die meisten von uns etwas Fremdes und Unerwartetes. Deshalb trifft er uns so hart, wenn er dann doch mal an die Tür klopft. Und deswegen haben wir auch meistens Angst vor ihm, denn wir fürchten das, was wir nicht kennen.

Diesen Umstand will ich jetzt ändern, denn niemand brauch Angst vor dem Tod zu haben.

Der Tod befreit dich von all deinen Schmerzen und Leiden

Für viele Kranke ist er eine Erlösung. Ich behaupte das nicht einfach so, ich habe es schon von vielen Leidenden und auch ihren Angehörigen gehört.

Nicht leben ist nicht schlimm

Erinnerst du dich an die Zeit vor deiner Geburt? Natürlich nicht. Du hast ja nicht gelebt.

Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, musst du dir eingestehen, dass es Millionen und Milliarden von Jahren gab, in denen du nicht gelebt hast.

War das schlimm?

Nein. Du hast keine schlimme Erinnerung an diese Zeit. Warum sollte es also ein Unterschied sein, ob du nicht mehr lebst, weil du gestorben bist oder, ob du noch nicht lebst, weil du noch nicht geboren bist? Nicht zu leben ist nichts Schlimmes. Es ist die Regel. Leben ist die Ausnahme.

 Du kannst dich auf den Tod vorbereiten

Du lebst. Das heißt, du hast noch Zeit. Zeit, dich auf deinen Tod vorbereiten.

Wie du dich vorbereiten kannst?

    Lebe bewusster.

    Verstehe, was es mit Leben und Sterben auf sich hat.

    Lerne loszulassen.

    Überwinde deine Ängste und Sorgen.

    Finde heraus, was du wirklich im Leben willst.

    Lebe dein Leben, so wie es dir gefällt.

    Nutze deine kostbare Lebenszeit bestmöglich aus.

    Lebe erfüllt!

UND: Mache jeden Tag das Beste aus deinem Leben!

Der Tod ist reine Interpretationssache

Der Tod ist also der Hintergrund, auf dem das Leben stattfindet. Dazu habe ich ein kleines Experiment für dich: Schließe die Augen und stell dir eine schwarze Tafel vor, auf die ich mit weißer Kreide eine Runde Scheibe zeichne. Was siehst du?

Die meisten Menschen sehen einen Ball vor dunklem Hintergrund. Du auch?

Es könnte aber auch ein Loch in einer Wand sein, oder?

Im Endeffekt gibt es hier aber kein richtig oder falsch. Es ist einzig und allein eine Frage der Wahrnehmung. Was empfindest du als wichtiger? Was hat für dich mehr Bedeutung? Der Hintergrund oder die Scheibe? So ist es auch mit dem Leben und dem Tod. Unbewusst geben die meisten von uns dem Leben mehr Bedeutung als dem Tod. Wissen, ob das richtig ist, kann keiner. Es könnte also sein, dass das Leben nur der Hintergrund für den Tod ist, wo das eigentliche Geschehen stattfindet.

Dadurch das ich mich für diese Rede intensiv mit dem Tod und dem Sterben beschäftigt habe, habe ich keine Angst mehr davor. Ich habe mir als Lebensziel ein Leben ohne Angst vor irgendwas gesetzt. Ich und auch ihr alle, sollten bewusst leben wollen, wir sollten uns nicht über jede Kleinigkeit aufregen und wir sollten auch wenn uns viele Sachen nicht passen immer das Beste daraus machen. Wir sollten jeden Moment so leben als wäre es der letzte. Sicher denkt ihr euch, dass ihr das schon öfter gehört habt aber wie oft habt ihr es schon versucht und euch bewusst ins Auge gegriffen.

Ich glaube, dass wir alle uns mehr mit dem Tod befassen sollten. Sonst wird uns immer diese Angst davor begleiten und diese Angst hält uns vom Leben ab, nicht vom Sterben! Denn sterben tun wir so oder so.

Danke!

 

Diese Rede wurde von Magdalena Pichler im Rahmen des NÖ Jugend-Redewettbewerbs 2017 gehalten.

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